Bayerische Geschichten 25/2021: Die wahre Geschichte einer unglaublichen Flucht

Liebe Leserin, lieber Leser,

selten erregen Bücher schon während ihres Entstehens so große Aufmerksamkeit wie „Fuchsrot und Feldgrau“: Der akribisch recherchierte und packend erzählte Tatsachenroman von Autor Axel Lawaczeck wurde mit der Verlagsprämie des Freistaats Bayern ausgezeichnet und gefördert. Nun ist die wahre Geschichte einer unglaublichen Flucht endlich erschienen:

August 1944, das Lazarett im rümänischen Galatz unweit des Schwarzen Meeres wurde über Nacht von Ärzten und Sanitätsstäben aufgegeben. In den Baracken liegen über 1.300 verwundete deutsche Soldaten. Die Rote Armee steht vor den Toren der Stadt. Zu den Zurückgelassenen gehört ein bayerischer Oberleutnant, der sich mit einer Handvoll Helfern in eine verzweifelte Rettungsaktion stürzt. Per Zug evakuieren sie das Lazarett. Doch vor den Fliehenden liegt eine Reise ins Ungewisse, entlang der zusammenbrechenden Front durch ein anarchisches Land.

Während der Zug von russischen Truppen gejagt wird, kämpft jenseits der Kaukasusfront der junge Jude Walodja ums Überleben. Sein Schicksal und das des Oberleutnants sind durch eine Fuchsjagd verbunden …

 

Die Doppelseite aus dem Kriegstagebuch zeigt den Beginn der abenteuerlichen Flucht aus Galatz und die ersten Stationen des Lazarettzugs.

Alles begann mit einem Zufallsfund: Auf dem Dachboden des einzigen Hauses auf der schwedischen Insel Flatgarn tauchte ein kleines Buch auf. Ein ramponierter Taschenkalender von 1944 mit schwarzem Einband, schmal und unscheinbar. Doch als der Kalender seinen Weg in die Hände von Autor Axel Lawaczeck fand, wurde der Funke für ein Buchprojekt gezündet, das fast zehn Jahre seines Lebens in Anspruch nehmen sollte. Lawaczeck machte sich auf Spurensuche und deckte zusammen mit seiner Familiengeschichte ein packendes Stück vergessener Welthistorie auf. Es entstand ein Roman, der nicht nur durch seine wahre Geschichte zu fesseln weiß, sondern vor allem dank der Erzählkunst des Autors, der Literatur und Dokumentation perfekt kombiniert.

Ein Schnappschuss aus glücklicheren Tagen vor dem Krieg: Franz in den Bergen.

Der kleine schwarze Taschenkalender gehörte einst Franz Lawaczeck – Ingenieur, Künstler, auf dem Enzianhof bei Pöcking am Starnberger See geboren und im Zweiten Weltkrieg als Oberleutnant der 97. Spielhahnjäger-Division an der Ostfront stationiert. Den schmalen Band nutzte er als Kriegstagebuch, das er im Sommer 1944 mit den Stationen einer unglaublichen Flucht füllte: Mit einem Lazarettzug von über einem Kilometer Länge, gezogen von vier Dampfloks der legendären Baureihe 52, wagten er und weit über 1.000 verwundete Soldaten den langen, gefährlichen Weg durch die Hauptkampflinie bei den Erdölfeldern von Ploieşti und über die Karpaten – immer Richtung Westen und Heimat, gehetzt von den nachrückenden russischen Truppen.

„Lieber Vater und liebe Mutter!“ Obwohl es im nationalsozialistischen Regime untersagt war, Sütterlin zu benutzen, verfasste Franz seine Feldpostbriefe in dieser Schrift – ein kleiner Akt der Rebellion.

Ortschaften, Uhrzeiten, Lok- und Zugnummern, blutige Gefechte, die Namen von Weggefährten und unerwarteten Helfern – das alles hat Franz akkurat in seinem Kriegstagebuch festgehalten. Sein Großneffe Axel Lawaczeck trug dazu in vielen Jahren Recherche alles zusammen, was an Briefen, Skizzen und Aufzeichnungen zusätzlich erhalten geblieben war. Er sprach mit Historikern, Chronisten, Archivaren, Eisenbahnern, Ärzten und Militärs, vor allem aber mit den Familien der Männer und wenigen Frauen, die gemeinsam mit Franz die Flucht aus Galatz angetreten hatten. Diese Erinnerungs-Schätze hat der Autor zu einem außergewöhnlichen Epilog zusammengefasst: Nach der Hochspannung des Romans lesen sich die persönlichen Schicksale ebenso beindruckend wie berührend.

 

 

 

Die ersten vier Kapitel aus „Fuchsrot und Feldgrau“ gibt es als Leseprobe auf der Homepage des Autors Axel Lawaczeck. Schauen Sie rein, es lohnt sich: https://axelvonfriedenfelde.com/manuskripte/