PI: Tücher und Bücher

Die Literaturwissenschaftlerin und Kulturhistorikerin Dr. Ingvild Richardsen beleuchtet in „Tücher und Bücher“ das unbekannte Leben Hein Kohns. Als Exil-Verleger und Literaturagent leistete er Widerstand gegen die Nationalsozialisten und trug maßgeblich zur kulturellen Versöhnung der Niederlande mit Deutschland bei.

Hein Kohn wurde 1907 als Sohn jüdischer Eltern in eine wohlhabende Augsburger Tuchmacherfamilie geboren. Schon früh kehrte er dem Textilgewerbe den Rücken und wendete sich stattdessen den Büchern zu.

Als Jude, und weil er sich als Buchhändler in Leipzig, Hamburg und Bremerhaven deutlich gegen die Nationalsozialisten positioniert hatte, war Kohn 1933 zur Flucht in die Niederlande gezwungen. Dort leistete er aktiv Widerstand gegen die Ideologie und das Regime der Nationalsozialisten: Er gründete mehrere Verlage und ließ dort jene Werke neu drucken, die in Deutschland verbrannt und verbannt wurden. Auch als die Niederlande bereits besetzt waren, führte er seine Arbeit unter lebensgefährlichen Bedingungen im Untergrund fort.

Nach dem Krieg gründete Kohn mit dem „Internationaal Literatuur Bureau“ eine der ersten Literaturagenturen der Niederlande und vermittelte zahlreiche Bestseller. Als „Kurier des deutschen Geistes in Holland“ trug Hein Kohn maßgeblich zur Versöhnung der beiden Nachbarländer bei.

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