PI: „Mit unseren Fahnen ist der Sieg“

„Mit unseren Fahnen ist der Sieg“
Puchheim im Nationalsozialismus

Puchheim, eine Vorortgemeinde Münchens, besteht aus dem bäuerlichen Altdorf und der von der Müllverwertung Münchens geprägten Siedlung Puchheim-Bahnhof. In den 1920er Jahren wählten die Bewohner des Altdorfs überwiegend konservativ, in Puchheim-Bahnhof dominierten SPD und KPD. Die NSDAP dagegen erzielte selbst bei den Märzwahlen 1933 nur 20 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Dennoch folgte ein reibungsloser Umbau der politischen und gesellschaftlichen Strukturen im Sinne des Nationalsozialismus – ohne erkennbaren Widerstand. Denunziationen waren dabei ein wesentliches Mittel, politisch Andersdenkende auszuschalten. Seinen Höhepunkt fand diese Entwicklung im Jahr 1938 in antijüdischen Aktionen. Lediglich die katholische Kirche konnte sich erfolgreich dem Nationalsozialismus widersetzen.
Erich Hage erzählt vom Aufstieg des Nationalsozialismus, den Kriegsjahren, dem Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, die vor allem die landwirtschaftlichen Betriebe am Laufen hielten, und schließlich vom Einmarsch der amerikanischen Truppen, der dank des Eingreifens einiger mutiger Puchheimer Bürger ohne Gegenwehr erfolgte.

Erich Hage war nach einem Studium der Geschichte, Germanistik und Sozialkunde an der LMU München 20 Jahre Gymnasiallehrer am Luitpold-Gymnasium in München. Von 1994 bis 2008 leitete er das Viscardi-Gymnasium in Fürstenfeldbruck. Während seiner aktiven Zeit verfasste er mehrere Unterrichtswerke zur Sozialkunde. Nach dem Eintritt in den Ruhestand wandte er sich der Geschichte seines Wohnorts Puchheim zu und gab zwei Bücher heraus: „Flugfeld Puchheim, Bayerns erster Flugplatz“ und „Gefangen in Puchheim. Puchheimer Kriegsgefangenenlager 1914-1921“.

 

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