Geschichtliches in Geschichten verpackt

Die Hochzeitskutsche hatte ausgedient, als dieses ausgelassene Hochzeitspaar sich 1960 in München das Ja-Wort gab. Die Braut trägt, ganz dem Zeitgeschmack entsprechend, ein kurzes Kleid. (Foto: Sebastian Winkler Verlag)
Die Hochzeitskutsche hatte ausgedient, als dieses ausgelassene Hochzeitspaar sich 1960 in München das Ja-Wort gab. Die Braut trägt, ganz dem Zeitgeschmack entsprechend, ein kurzes Kleid. (Foto: Sebastian Winkler Verlag)

„Wer wirklich geglaubt hat, dass der Wonnemonat Mai der ultimative Monat zum Heiraten ist, der wird hier eines Besseren belehrt. Nach der Lektüre des bayerischen Hochzeitsbuches ‚Unter die Haube gebracht’ von Martina Sepp (Volk-Verlag) weiß der Leser, dass sich früher eine bayerische Hochzeit nicht nach dem schönen Wetter gerichtet, sondern allein an der Ernte orientiert hat. […] Auf Kälte, Schnee und Regen konnte man keine Rücksicht nehmen – auf das Brautkleid und die Frisur der Braut schon dreimal nicht“, schreibt Verena Doyé im „Donaukurier“ vom 8./9. November 2014. Besonders fasziniert ist sie von der damaligen Bezeichnung Hochzeitslader: „Heute nennt man diese Leute ‚Wedding Planner’ oder Moderator, denn das hat sich in all den Jahrzehnten nicht geändert: Eine Hochzeit ist und bleibt ein großes Ereignis, das gefeiert werden soll – mit möglichst vielen Leuten, gutem Essen, Livemusik, Tanz und vielleicht ein paar Einlagen der Gäste“. Zuletzt lobt Doyé: „Wie man früher in Bayern geheiratet hat, bei Hof, in der Stadt oder auf dem Land, und woher die alten Bräuche kommen, hat Martina Sepp recherchiert und in ihrem bayerischen Hochzeitsbuch geschrieben. Die Autorin hat rund um Brautkrone, Hungertanz und Kammerwagen geforscht und Geschichtliches in Geschichten verpackt.“